{"id":1226,"date":"2023-02-14T08:06:08","date_gmt":"2023-02-14T08:06:08","guid":{"rendered":"https:\/\/www.niemalsvergessen.at\/?p=1226"},"modified":"2023-02-14T12:10:42","modified_gmt":"2023-02-14T12:10:42","slug":"gedenkveranstaltung-floridsdorf","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.niemalsvergessen.at\/?p=1226","title":{"rendered":"Gedenkveranstaltung Floridsdorf"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><strong>Geschichte des Konzentrationslagers<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Zuge der Evakuierung des Konzentrationslagers Schwechat\u2010Heidfeld am 13. Juli 1944 wurden die H\u00e4ftlinge zuerst ins KZ-Au\u00dfenlager Wien\u2010Floridsdorf und sp\u00e4ter zum Teil weiter in die KZ-Au\u00dfenlager Hinterbr\u00fchl bzw. \u201eSanta\u201c bei Schwechat deportiert. Die in Floridsdorf verbliebenen H\u00e4ftlinge wurden auf die Kommandos Hofherr &amp; Schrantz, AFA bzw. Jedlesee aufgeteilt.<br>Die H\u00e4ftlinge der Kommandos Hofherr &amp; Schrantz sowie AFA wurden in einem eigenen Lager auf dem Firmengel\u00e4nde Hofherr &amp; Schrantz, getrennt von jenen des Kommandos Jedlesee, untergebracht. Auch die Accumulatoren Fabrik Aktiengesellschaft (AFA-Werke, heute VARTA), f\u00fchrender Hersteller von U-Boot-Batterien, verlagerte seine Produktion wegen der Luftangriffe nach Wien und war (wahrscheinlich) ein eigenes Sub-Kommando des Kommandos Hofherr &amp; Schrantz. Es ist aber davon auszugehen, dass die H\u00e4ftlinge dieser beiden Kommandos in einem einzigen Lager untergebracht waren.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"has-medium-font-size wp-block-heading\">Lokalisierung<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die genaue Lokalisierung der Au\u00dfenlager im heutigen Wiener Gemeindebezirk Floridsdorf gestaltet sich insofern schwierig, da auch andere Lager im damaligen \u201eGro\u00df\u2010Wien\u201c unter der Bezeichnung \u201eFloridsdorf\u201c liefen. Zur Unterbringung der H\u00e4ftlinge wurde auf dem Sportplatz des FAC ein Barackenlager errichtet. Bis zu seiner Fertigstellung wurden die Heinkel-ZwangsarbeiterInnen in den Kellern des Brauhauses Mautner in Jedlesee untergebracht, die AFA-ZwangsarbeiterInnen auf dem Werksgel\u00e4nde der AFA. Nach Zerst\u00f6rung des Barackenlagers durch einen alliierten Luftangriff wurden die f\u00fcr Heinkel arbeitenden KZ-H\u00e4ftlinge zun\u00e4chst ebenfalls bei den AFA-Werken und dann neuerlich in den Braukellern untergebracht. Die Abgrenzung zum KZ-Au\u00dfenlager Jedlesee ist nicht immer ausreichend m\u00f6glich. 1995 wurden dem Archiv Museum Mauthausen angebliche \u00dcberreste einer H\u00e4ftlingsbaracke des KZ-Au\u00dfenlagers \u00fcbergeben, die seitdem in der KZ-Gedenkst\u00e4tte Mauthausen eingelagert sind.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"has-medium-font-size wp-block-heading\">Informationen \u00fcber die H\u00e4ftlinge<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der jeweilige h\u00f6chste H\u00e4ftlingsstand f\u00fcr die einzelnen KZ-Lager dieses Komplexes l\u00e4sst sich aufgrund der Quellenlage nicht gesichert rekonstruieren. Der H\u00f6chststand f\u00fcr den gesamten Komplex Wien\u2010Floridsdorf (inklusive Schwechat Santa, Hinterbr\u00fchl und Jedlesee) betrug jedoch 2.737 H\u00e4ftlinge. Die Mehrheit der H\u00e4ftlinge des Komplexes Wien\u2010 Floridsdorf stammte aus Polen bzw. der Sowjetunion. Am 13. Juli 1944 wurden die 2.000 H\u00e4ftlinge des aufgel\u00f6sten Au\u00dfenlagers Wien-Schwechat (Heidfeld) nach Floridsdorf \u00fcberstellt. \u00dcber die nationale Zugeh\u00f6rigkeit der H\u00e4ftlinge ist nichts Genaues bekannt, da alle an den verschiedenen Heinkel-Standorten im Gro\u00dfraum Wien eingesetzten Gefangenen als H\u00e4ftlinge des KZ-Au\u00dfenlagers Wien-Floridsdorf registriert wurden. Polen und Sowjets bildeten aber auf jeden Fall die gr\u00f6\u00dften Gruppen. Die Haftbedingungen waren wesentlich besser als in Schwechat-Heidfeld. Mindestens 80 H\u00e4ftlinge starben in allen unter dem Namen Wien-Floridsdorf zusammengefassten Lagern.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"has-medium-font-size wp-block-heading\">Zwangsarbeit<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die H\u00e4ftlinge arbeiteten bei Heinkel und AFA und wurden f\u00fcr die Produktion von Flugzeugteilen, Akkumulatoren f\u00fcr U\u2010Boote sowie Steuerkomponenten f\u00fcr \u201eV2\u201c\u2010Raketen eingesetzt.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"has-medium-font-size wp-block-heading\">Bewachung<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das KZ Floridsdorf wurde haupts\u00e4chlich von Soldaten der Luftwaffe bewacht und war unter dem Kommando von SS\u2010Obersturmf\u00fchrer Anton Streitwieser, dem auch Hinterbr\u00fchl und Schwechat (Santa) unterstanden. In der ehemaligen St. Georgs\u2010Brauerei (fr\u00fcher Hopfengasse 22, heute Nr. 8) in Floridsdorf befand sich der Sitz der Kommandantur s\u00e4mtlicher Lager des Komplexes Wien\u2010Floridsdorf.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"has-medium-font-size wp-block-heading\">Schlie\u00dfung<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Kommandos Hofherr &amp; Schrantz und AFA wurden ebenso wie das Kommando Jedlesee am 1. April 1945 evakuiert, was darauf hindeutet, dass die Evakuierung nicht \u00fcber das Au\u00dfenlager Hinterbr\u00fchl erfolgt sein d\u00fcrfte. Der Evakuierungsmarsch, der \u00fcber das Au\u00dfenlager Steyr f\u00fchrte, erreichte das Konzentrationslager Mauthausen am 11. April 1945. Insgesamt sind laut einer Aufstellung der Lagerschreibstube auf diesem Marsch 121 H\u00e4ftlinge get\u00f6tet worden, 22 blieben vermisst oder sind gefl\u00fcchtet. Die Zahl der Toten allein im Lager Floridsdorf d\u00fcrfte sich auf 45 H\u00e4ftlinge belaufen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Gedenken und Erinnern<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u00dcber den Standort des fr\u00fcheren Brauhauses Mautner in Jedlesee f\u00fchrt heute ein Teil der Wiener Stadtautobahn A22. Vor dem nahe gelegenen Bezirksmuseum Floridsdorf erinnert eine Gedenktafel an das ehemalige KZ-Au\u00dfenlager. Auf dem Areal des Barackenlagers befindet sich heute wieder ein Fu\u00dfballplatz. Auf dem ehemaligen Betriebsgel\u00e4nde der AFA-Werke ist ein Gewerbepark angesiedelt. Jedes Jahr findet eine Gedenkveranstaltung, die vom <a href=\"https:\/\/www.niemalsvergessen.at\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Verein &#8222;Niemals vergessen&#8220;<\/a> organisiert wird, bei der Gedenktafel im Bezirksmuseum Floridsdorf statt. Die aktuellen Termine stehen im <a href=\"http:\/\/www.mkoe.at\/angebote-projekte\/gedenk-und-befreiungsfeiern\/programm\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Programm der Gedenk- und Befreiungsfeiern<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong><u>Gedenkveranstaltung Floridsdorf:<\/u><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auch heuer organisierte der Verein \u201eNiemals Vergessen\u201c am&nbsp; im Bezirksmuseum Floridsdorf eine Gedenkfeier anl\u00e4sslich der Befreiung des ehemaligen KZ-Au\u00dfenlagers von Mauthausen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Gedenkredner richteten ihre Ansprache vor allem an uns Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler. Man soll die Vergangenheit niemals vergessen, um daraus Lehren f\u00fcr die Zukunft ziehen zu k\u00f6nnen. Bei den Gedenkreden herrschte gro\u00dfen Betroffenheit und Nachdenklichkeit im Saal.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nach der eindrucksvollen Gedenkfeier fand, wie jedes Jahr beim Gedenkstein vor dem Bezirksmuseum, eine Kranzniederlegung statt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Gedenkfeier Floridsdorf <\/strong><strong>&#8211;<\/strong><strong> Sch\u00fclerstatements:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">&#8222;Mir hat die Gedenkfeier sehr gefallen, weil ich nicht gewusst habe wie die Leute im KZ gelitten haben und berichtet wurde wie es wirklich war. Das anschlie\u00dfende Gedenken hat mir auch gefallen. Ich werde nie vergessen was man mir dort gesagt hat.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">&#8222;Ich muss sagen, die Gedenkfeier hat mir sehr gut gefallen, da ich davor nicht einmal gewusst habe, dass es in Floridsdorf ein KZ \u2013 Au\u00dfenlager gegeben hat.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Man lernt halt immer Neues dazu. Aber das Tragische f\u00fcr mich war, dass fast genau dort wo ich arbeite ein KZ-Au\u00dfenlager war und ich das bisher nicht einmal wusste.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">&#8222;Es wurde uns auch erz\u00e4hlt, dass sehr viele Erwachsene dort inhaftiert worden sind und nicht mehr hinaus gekommen sind.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">&#8222;Die Gedenkfeier war sehr gut, weil wir uns wieder erinnert haben wie gut es uns eigentlich geht.&nbsp; Ich finde die, die im 2. Weltkrieg gestorben sind, verdienen diese Gedenkfeier. Ich w\u00fcrde mich freuen, wenn wir n\u00e4chstes Jahr noch einmal hingehen.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">&#8222;Wir haben den Verstorbenen im 2. Weltkrieg viel zu verdanken, denn sie haben am meisten ver\u00e4ndert. Die Kranzniederlegung fand ich auch sehr sch\u00f6n.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">&#8222;Wir waren im Floridsdorfer &#8211; Bezirksmuseum zur Gedenkfeier, die den unz\u00e4hligen Toten der Mauthausen \u2013 Arbeitsau\u00dfenlager gewidmet war. Am Anfang waren wir in einem Raum, in dem wir verschiedene Reden geh\u00f6rt haben. Danach sind wir zum Gedenkstein gegangen. F\u00fcr mich war die Gedenkfeier interessant, da es ja noch Leute gibt, die in dieser Zeit aufgewachsen sind, oder deren Eltern dort waren.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">&#8222;Ich finde es gut, dass man eine Gedenkfeier f\u00fcr die Menschen, die gestorben sind, macht, damit nicht in Vergessenheit ger\u00e4t was damals vorgefallen ist. Die Kranzniederlegung fand ich sehr sch\u00f6n. Die Rede, die gehalten wurde, war sehr interessant und informativ.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">&#8222;Ich finde, dass wir den Toten von damals einiges zu verdanken haben, denn sie haben ihr Leben daf\u00fcr geopfert, um ihrer eigenen Meinung treu zu bleiben.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">&#8222;Mir haben die Reden gut gefallen, es hat mich wirklich interessiert. Die Kranzniederlegung hat mir auch sehr gut gefallen.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">&#8222;Es war eine Erfahrung die ich nicht so schnell vergessen werde.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">&#8222;Meine pers\u00f6nliche Meinung zum Lehrausgang in die Gedenkst\u00e4tte in Floridsdorf ist sehr positiv ausgefallen. Ich finde es war eine Erinnerung an die schrecklichen Zeiten der Judenfolterung.&#8220;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Geschichte des Konzentrationslagers Im Zuge der Evakuierung des Konzentrationslagers Schwechat\u2010Heidfeld am 13. Juli 1944 wurden die H\u00e4ftlinge zuerst ins KZ-Au\u00dfenlager Wien\u2010Floridsdorf und sp\u00e4ter zum Teil weiter in die KZ-Au\u00dfenlager Hinterbr\u00fchl bzw. \u201eSanta\u201c bei Schwechat deportiert. Die in Floridsdorf verbliebenen H\u00e4ftlinge wurden auf die Kommandos Hofherr &amp; Schrantz, AFA bzw. 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